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Sechs gefräßige Schädlinge und wie du sie bekämpfst

Louisa Louisa
17.06.2022 · 8 Minuten Lesezeit

Du hast deine Pflanzen aufgezogen, sie gepflegt und gehegt und dann: Schädlinge. Sie sind das Grauen aller Gärtner:innen, sie ernähren sich von deinen Pflanzen und rauben ihnen Nährstoffe und Wasser. Aber keine Panik, wir stellen dir die am häufigsten auftretenden Schädlinge vor und zeigen dir, wie du sie wieder loswirst.

Das erwartet dich:

Schädlingen vorbeugen

Bevor wir beginnen, dir mehr über verschiedene Schädlinge zu erzählen, wollen wir dir erstmal ein paar Tipps geben, damit es gar nicht erst zu einem Schädlingsbefall kommt. Natürlich kann man einen Befall gerade im Freien nie ganz vermeiden, aber ein paar Maßnahmen können zumindest dabei helfen.

  • Gute Pflege: Wenn es deiner Pflanze gut geht, dann ist sie auch widerstandsfähiger. Achte also darauf, den Bedürfnissen deiner Pflanze, beispielsweise nach Wasser, Licht und Dünger, so gut wie möglich gerecht zu werden.

  • Abwehrende Pflanzen anbauen: Manche Pflanzen, mögen bestimmte Schädlinge überhaupt nicht. Wenn du also solche Pflanzen anbaust, traut sich vielleicht die eine oder andere Laus nicht mehr in dein Beet. Blattläuse mögen zum Beispiel keinen Lavendel und kein Bohnenkraut. Eine paar Knoblauchzehen im Beet helfen gegen Schildläuse, Petersilie wehrt Trauermücken ab.

  • Netze spannen: Durch Netze, die man über den Beeten anbringt, können Schädlinge, wie zum Beispiel Kohlweißlinge, von deinen Pflanzen ferngehalten werden.

  • Neue Pflanzen kontrollieren: Wenn du neue Pflanzen kaufst, kontrolliere sie erst, bevor du sie zu deinen anderen Pflanzen gesellst. Manchmal sind leider auch neu gekaufte Pflanzen schon befallen.

  • Regelmäßige Kontrolle: Besonders im Sommer ist es wichtig, dass du deine Pflanze regelmäßig untersuchst. So bemerkst du Anzeichen von Schädlingen schnell und kannst auch schnell etwas gegen sie tun. Schau dir vor allem die Blattunterseiten an, dort fühlen sich die Schädlinge meist am wohlsten. Regelmäßige Gartenrundgänge gehören genauso zu den Pflegeaufgaben im Garten wie Gießen und Unkraut jäten.

Blattläuse

Blattläuse findest du meist auf den Unterseiten der Blätter. Sie haben einen ovalen Körper, werden höchstens 7mm lang und treten in unterschiedlichen Farben auf, von gelb über grün bis hin zu braun und schwarz. Sie ernähren sich vom Saft der Pflanzen, den sie mit ihren Saugrüsseln aus den Blättern ziehen. Dadurch wird die Pflanze geschwächt, kann nicht richtig wachsen und stirbt irgendwann ab. Die Laus scheidet nach ihrer Mahlzeit eine zuckerhaltige Lösung aus, die auch Honigtau genannt wird. Blattläuse befallen eine Vielfalt an Pflanzen, zum Beispiel Rosen, Holunder, Mangold, Bohnen und Johannisbeerpflanzen.

Blattläuse bekämpfst du durch:

  • Wasser: Bei einem leichten Befall reicht es oft schon aus, die Blattläuse mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen, mit einem Papiertuch abzuwischen oder mit den Fingern zu zerdrücken.

  • Biologische Präparate: Du brauchst keine Chemiebomben, um die Blattläuse wieder loszuwerden. Greife der Umwelt zuliebe, besser zu biologischen Mitteln, um Beispiel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife.

blattlaus

Wollläuse

Wollläuse, auch Schmierläuse genannt, sind 1–12 Millimeter große Tiere. Du kannst sie recht einfach identifizieren, da sie eine wachsartige Substanz ausscheiden, die aussieht wie kleine weiße Wattebäusche. Wollläuse befallen sowohl Blätter als auch Wurzeln. Wie Blattläuse ernähren auch sie sich von Pflanzensaft. Dadurch vertrocknen die Blätter, rollen sich ein und werden langsam gelb oder fallen ab. Die Läuse vermehren sich sehr schnell. Ein Wolllausweibchen kann bis zu 600 Eier in zwei Monaten legen, deswegen solltest du auch hier handeln, sobald du die kleinen Tiere entdeckst.

Gegen Wollläuse hilft:

  • Befallene Teile entfernen: Wenn möglich solltest du die betroffene Pflanze erstmal von anderen Pflanzen entfernen, um diese zu schützen. Anschließend schneidest du befallene Teile von der Pflanze ab.

  • Umtopfen: Wenn die Läuse schon an die Wurzeln der Pflanze gekommen sind, solltest du sie umtopfen und die alte Erde von den Wurzeln entfernen. Dann spritzt du die Wurzeln mit Wasser ab und topfst die Pflanze in frische Erde ein.

  • Besprühen: Um die Läuse zu bekämpfen, kann es auch helfen, die Pflanze mit einer Mischung aus 15 ml Spiritus, 15 ml Kernseife und 1 Liter Wasser zu besprühen.

wollläuse

Trauermücken

Trauermücken sind kleine, nur 2–4 Millimeter große, schwarze Fliegen, die meistens auf der Erde sitzen. Sie sind sehr leicht zu erkennen, da sie hochfliegen, wenn du deine Pflanzen gießt. Sie legen Eier in die feuchte Erde, wo dann kleine weiße Larven schlüpfen. Nach circa 2 Wochen verpuppen sich die Larven und eine Woche später haben sie sich zu ausgewachsenen Trauermücken entwickelt. Das Schlimme an den Trauermücken sind nicht die erwachsenen Tiere, sondern die Larven. Sie ernähren sich nämlich von den Wurzeln der Pflanze, wodurch diese sehr anfällig für Krankheiten wird und nicht mehr richtig wachsen kann.

Trauermücken bekämpfst du durch:

  • Nicht mehr gießen: Zuerst solltest du für einige Zeit auf das Gießen verzichten, denn die Larven und Mücken mögen vor allem feuchte Böden.

  • Gelbtafeln verwenden: Durch die klebrigen Gelbtafeln kannst du die Mücken fangen. Diese können auch schon vorbeugend angebracht werden, um einen Befall frühzeitig festzustellen.

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Gemüsefliegen

Wie ihr Name schon verrät, lieben diese Fliegen Gemüse. Es gibt unterschiedliche Arten, die nach dem Gemüse benannt sind, dass sie bevorzugen. Häufig vorkommen zum Beispiel Kohlfliegen, Zwiebelfliegen oder Möhrenfliegen. Die Fliegen legen ihre Eier in den Boden, wo dann kleine, weiße Larven schlüpfen. Die Larven fressen Stängel und Blätter der Pflanzen. Bei diesen Fliegen ist Vorbeugen sehr wichtig, zum Beispiel durch engmaschige Kulturschutznetze. Wenn die Pflanze einmal befallen ist, lässt sie sich meistens nur noch schwer retten.

Gegen Gemüsefliegen hilft:

  • Fruchtfolge beachten: Gemüsefliegen können an Gemüseresten im Boden überwintern, entferne deshalb nach einem Befall alle Pflanzenreste aus dem Boden. Durch eine gute Fruchtfolge, also wenn du nicht jedes Jahr das gleiche Gemüse an der gleichen Stelle anbaust, komplizierst du es für die Fliegen. (Mehr zum Thema Fruchtfolge kannst du übrigens hier nachlesen)

  • Befallene Pflanzen entfernen: Wenn eine Pflanze befallen wurde, entfernst du sie am besten aus dem Beet, bevor die Fliegen sich auf andere Pflanzen ausbreiten.

Kohlweißlinge

Kohlweißlinge sind kleine Falter mit cremeweißen Flügeln. Es gibt zwei verschiedene Arten, den kleinen und den großen Kohlweißling. Die erwachsenen Falter kannst du an ihren Flügeln unterscheiden. Der große Kohlweißling hat helle Flügel mit je zwei Punkten und schwarzen Spitzen. Der kleine Kohlweißling hat gelblichere Flügel und die Punkte und dunkleren Stellen sind etwas blasser. Die Larven erkennst du an ihrer Farbe. Die Larve des kleinen Kohlweißlings ist grün, die des großen Kohlweißlings gelb-schwarz gemustert.

Wie bei den Trauermücken, sind nicht die eigentlichen Falter das Problem, sondern ihre Nachkommen. Kohlweißlinge legen ihre Eier in gerne auf Kreuzblütlern ab, an die Unterseite der Blätter. Aus den Eiern schlüpfen dann Raupen, die die Blätter fressen, bis sie bereit sind sich zu verpuppen. Wie der Name der Falter schon verrät, sind diese Schädlinge vorwiegend an allen möglichen Kohlarten wie Blumenkohl oder Weißkohl zu finden, aber auch an Kohlrabi oder Kresse bedienen sie sich gerne. Selbst Fuchsschwanzgewächse wie Mangold oder Rote Bete sind nicht sicher vor dem Kohlweißling. Bereits wenige Tage nach dem ersten Raupenbisschen kann von einer stolzen Pflanze nur noch ein trauriges Blattgerippe übrig sein – deshalb ist auch hier Vorbeugung durch engmaschige Netze das beste Mittel.

Gegen Kohlweißlinge hilft:

  • Mischkulturen anbauen: Der Kohlweißling mag den starken Geruch von Tomaten oder Sellerie zum Beispiel nicht.

  • Absammeln: Hat der weiße Schmetterling mit dem schwarzen Punkt dennoch den Weg zu deinen Kohlpflanzen gefunden, kannst du die Raupen oder bestenfalls die Eier absammeln. Wenn du deine Pflanzen regelmäßig kontrollierst, kannst du den Befall bemerken, bevor die Raupen viel Schaden angerichtet haben. Im besten Fall bemerkst du die Eier, bevor die Raupen geschlüpft sind.

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Schnecken

Vor allem nach einem Regenschauer sind Nacktschnecken häufig ein Problem. Sie lieben Gemüsebeete, vor allem Salat. Gut zu wissen: nicht alle Schnecken sind schädlich! Weinbergschnecken und Bänderschnecken richten in deinem Garten nicht viel Schaden an, diese kannst du also einfach ihres Weges ziehen lassen. Weinbergschnecken helfen sogar im Kampf gegen den eigentlichen Feind – die Nacktschnecke.

Gegen Schnecken hilft:

  • Morgens gießen: Schnecken lieben Feuchtigkeit und sind nachtaktiv, deswegen errichtest du den Schädlingen durch abendliches Gießen eine wahre Schneckenautobahn, auf der sie in dein Beet rutschen können.

  • Schneckenzaun: Ein Schneckenzaun hält die Schnecken davon ab, ins Beet zu gelangen – oder macht es ihnen zumindest schwerer.

  • Absammeln: Bei Schnecken hilft vor allem, sie einfach von deinen Pflanzen abzusammeln. Manche Gärtner:innen zerschneiden die Schnecken dann, um sicherzugehen, dass sie nicht wieder kommen. Solche Methoden sind aber nicht notwendig, sofern du die Schnecken weit genug von deinen Beeten entfernt aussetzt.

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Nützlinge - die natürlichen Fressfeinde der Schädlinge

Nützlinge sind die natürlichste Methode, um Schädlinge zu bekämpfen. Die Fressfeinde der Schädlinge kannst du anlocken, indem du eine für sie passende Umgebung schaffst, zum Beispiel durch eine blühende Artenvielfalt. Einige Nützlinge kannst du auch kaufen und dann gezielt auf den betroffenen Pflanzen aussetzen.

Nützlinge sind zum Beispiel:

  • Nematoden (helfen gegen Trauermücken)

  • Marienkäfer (helfen gegen Blattläuse)

  • Ohrwürmer (helfen gegen Blattläuse)

  • Florfliegenlarven (helfen gegen Läuse und Spinnmilben)

Mehr Informationen zu Nützlingen und gegen welche Schädlinge sie helfen findest du in unserem Artikel "Aus die Laus".

Hast du noch irgendwelche Tipps oder kennst ein gutes Hausmittel gegen Schädlinge? Schreibe uns deine Erfahrungen in die Kommentare!