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Wachsender Tee einpflanzen

Einfach wie Tee trinken – so wird aus einer Tasse Tee eine Pflanze

Lisa Lisa
20.10.2022 · 6 Minuten Lesezeit

Du hast dir eine Packung Wachsenden Tee geholt oder eine geschenkt bekommen? Glückwunsch! Das könnte der Start in ein neues Hobby sein. Du wirst vermutlich zum ersten Mal in deinem Leben eine Pflanze aus einem Teebeutel wachsen sehen, also mach dich bereit für ein außergewöhnlich heißes Gartenerlebnis.

Aussaat im Teebeutel

Schritt 1: Der erste Schritt hat erstmal nichts mit Pflanzen zu tun. Denn zunächst bereitest du dir eine schöne Tasse Tee zu und genießt den Geschmack von aromatischen Bergkräutern.

Schritt 2: Drücke den Teebeutel leicht aus, nachdem er abgekühlt ist.

Tee trinken

Schritt 3: Trenne das Etikett vom Teebeutel. Schneide den Teebeutel an der Naht auf und stelle ihn auf eine wasserfeste Unterlage, zum Beispiel auf eine Untertasse. Jetzt hast du ein kleines Netztöpfchen mit Tee als Anzuchtsubstrat.

Teebeutel aufschneiden

Schritt 4: Zerreiße das Etikett in kleine Stücke mit je einem Samen und pflanze diese in den Beutel. Dazu drückst du die Schnipsel in den Beutel und bedeckst sie mit einer dünnen Schicht Tee. Es sollte sich keine Luft im Substrat befinden.

Etikett zerreißen und in Beutel pflanzen

Schritt 5: Decke den Teebeutel mit einem Glas ab, bis die Samen gekeimt sind. Lüfte die Abdeckung täglich, um Schimmel zu vermeiden. Bei der Gelegenheit kannst du auch überprüfen, ob das Netztöpfchen noch feucht genug ist. Die Samen dürfen bis zur Keimung auf keinen Fall austrocken. Mit einer Ballbrause oder Sprühflasche kannst du deine Saat vorsichtig gießen.

In einem Glas ans helle Fensterbrett stellen

Schritt 6: Juhuuu, es zeigen sich die ersten grünen Keimlinge! Auch unter der Erde bilden sich jetzt erste zarte Wurzeln.

Tipp: Wenn du als Untersetzer den Deckel eines kleines Marmeladenglases benutzt, kannst du das Glas selbst als Abdeckung verwenden und hast ein dekoratives, kleines „Gewächshaus“.

Der Wachsende Tee Keimling in Teebeutel

Umsetzen des Teebeutels

Sobald sich die ersten richtigen Blätter gebildet haben, wird es Zeit, deine Pflänzchen mitsamt dem Teebeutel in einen Topf zu pflanzen. Verwende dazu am besten Anzuchterde.

1. Der richtige Topf

Schnapp dir einen kleinen Topf (Durchmesser ca. 8–11 cm) mit einem Drainageloch und stelle ihn auf einen Untersetzer. Das Loch an der Unterseite ist wichtig, denn bei Staunässe kommt zu wenig Sauerstoff an die Wurzeln und sie faulen. Außerdem kann sich Schimmel auf der Erde bilden.

2. Keimlinge selektieren

Jetzt kommt ein schwerer Moment: Damit aus jedem Etikett auch wirklich ein Pflänzchen wächst, haben wir pro Etikett mehrere Samen in das Papier eingearbeitet. Falls bei dir mehrere Pflänzchen aufgegangen sind, musst du die schwächeren herausziehen – sonst haben sie nicht genug Platz zum Wachsen.

Solltest du es gar nicht übers Herz bringen, kannst du auch versuchen, die herausgezogenen Keimlinge in ein Töpfchen zu pflanzen oder alle Keimlinge mit einer Schere aus dem Beutel zu befreien. Das geht aber nur, wenn sie noch nicht damit verwurzelt sind.

3. Teebeutel umsetzen

Befülle den neuen Topf zur Hälfte mit Anzuchterde. Gieße die Erde leicht an. Jetzt setzt du den Teebeutel mitsamt der auserwählten Pflanze in den Topf. Überprüfe, ob er tief genug sitzt.

Fülle dann den Rest des Topfes mit Erde auf oder korrigiere die Tiefe des Beutels. Er sollte möglichst bis zum Rand mit Erde bedeckt sein. Deiner Pflanze gibt es außerdem Stabilität, wenn sie in diesem Stadium etwas tiefer gepflanzt wird.

4. Standort und Pflege

Stelle deinen Topf nun an ein helles Fensterbrett – die Pflanzen brauchen viel Licht, damit sie gesund wachsen können. Gleichzeitig sollte die Raumtemperatur nicht zu hoch sein. Wir legen auch gerne ein paar Bücher unter den Topf, damit er nicht im Schatten des Fensterrahmens steht. Es gilt: Je wärmer der Raum ist, desto mehr Licht brauchen die Pflanzen. Bei Lichtmangel oder zu hohen Temperaturen drohen sie in die Höhe zu schießen und einfach umzukippen – sie vergeilen.

Ideale Temperatur Tomaten: 20–25 °C

Ideale Temperatur Bergkräuter: 18–22 °C

Halte die Erde weiterhin gut feucht, ohne sie zu übergießen. Prüfe die Feuchtigkeit der Erde mit deinem Finger.

Jungpflanzen in Töpfchen

Und nochmal umtopfen

Wenn deine Keimlinge nach ein paar Wochen irgendwie schwach aussehen, lange Stängel ausbilden oder sich in ihren Töpfchen nicht mehr richtig entwickeln, solltest du sie nochmal umtopfen. So haben sie wieder mehr Platz zum Wachsen und neue Nährstoffe.

1. Topfgröße und Erde

Du benötigst Töpfe, die etwas größer sind als die bisherigen mit einem Durchmesser von ca. 11–13 cm und einem Ablaufloch an der Unterseite. Befülle sie je nach Pflanze mit Tomaten- oder Kräutererde. Verwende am besten torffreie Bio-Erde.

2. Keimling herausheben

Hebe mit einem Pflanzstecker oder einem Löffelstiel vorsichtig die Erde mit dem Keimling aus dem ersten Topf. Manchmal löst sich auch der gesamte Wurzelballen leicht vom Töpfchen, wenn du es umdrehst. Nimm die Pflanzen bei den Stielen und bearbeite eine Pflanze nach der anderen.

3. Umsetzen

Befülle die neuen Töpfe soweit mit Erde, dass sich Wurzelansatz später ein paar Zentimeter unterhalb des Randes befindet. Dann setzt du die Pflanzen in den neuen Topf und befüllst den Hohlraum mit Erde. Du kannst die Keimlinge ruhig etwas tiefer einpflanzen: sitzen sie bis zu den Keimblättern in der Erde, bekommen sie mehr Stabilität. Gieße erneut an und stelle deine Töpfe zurück aufs Fensterbrett.

Weitere Anbautipps

Ab Mai ist es soweit: Du darfst deine Jungpflanzen in große Töpfe (Durchmesser ca. 20–30 cm) oder ins Beet pflanzen. Wenn du sie draußen weiterkultivierst, solltest du sie eine Woche vor dem Umzug an die Sonne, Wind und Wetter gewöhnen, indem du die Töpfe täglich für ein paar Stunden nach draußen stellst. So verhinderst du Kältestress und Sonnenbrand.

Auch die großen Töpfe sollten wieder ein Drainageloch besitzen, sodass sich keine Staunässe bildet. Damit die Erde nicht herausgespült wird, kannst du eine Tonscherbe auf das Loch legen. Verwende für die Töpfe je nach Pflanze Tomaten-, Kräuter- oder Universalerde, in die du etwas Dünger entsprechend der Dosierungsanweisung mischst.

Befülle die Töpfe zur Hälfte mit dem Erde-Dünger-Gemisch. Hebe die Pflanzen mit den Fingern oder einem Pflanzenstecker aus ihren Töpfen und setze sie um. Tomaten kannst du wiederum etwas tiefer pflanzen. Jetzt befüllst du den Rest des Topfes mit Erde, drückst sie in der Nähe des Stiels und am Rand etwas an und gießt einem kräftig, damit die Wurzeln Kontakt zur Erde aufnehmen können.

Reife Tomaten am Strauch
Wenn alles gut läuft, hast du im Sommer reife Tomaten und frische Bergkräuter!

Im Beet gehst du ähnlich vor. Halte hier unbedingt ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen ein. Lockere die Erde vorher etwas auf, bereite Pflanzlöcher vor und gib etwas Langzeitdünger hinein. Wichtig: Nimm die Pflänzchen immer einzeln aus den Töpfen und pflanze sie ein. So vermeidest du, dass sie zu lange an der Luft liegen und unnötigem Stress ausgesetzt werden. Auch hier musst du gut angießen, nachdem du die Löcher wieder verschlossen hast.

Tipp: Ein sogenannter Gießrand, den du aus Erde um die Pflänzchen formst, verhindert das Ablaufen von Gießwasser. So sparst du Wasser und deine Schützlinge sind besser versorgt. Falls du Probleme mit Schnecken hast, kann ein Pflanzkragen helfen.