Illustration Palmkohl Nero di Toscana

Palmkohl "Nero di Toscana"

Lisa Lisa
31.05.2022 · 5 Minuten Lesezeit

So wird deine Mai-Pflanze groß und stark.


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Du möchtest die wichtigsten Infos zur Aussaat deines Palmkohls im DIN-A4-Format mit in den Garten nehmen? Kein Problem! Druck dir einfach unsere Kurzanleitung aus:


Starten

So groß, dass du deine Hängematte in seinem Schatten spannen kannst, wird der Palmkohl „Nero di Toscana“ zwar nicht, für den Blumentopf ist der stattliche Grünkohl aber definitiv zu hoch. Ab Ende Mai kannst du ihn draußen aussäen, damit er dir im Winter ein paar vitaminreiche Mahlzeiten und eine kleine Erinnerung an wärmere Tage beschert.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Samentiefe: 2 cm, Dunkelkeimer

  • Keimtemperatur: 15–20 °C

  • Keimdauer: 7–14 Tage

  • Nicht für Topfkultur geeignet

  • Beet mit Kompost anreichern, zwischendurch immer wieder düngen

  • Standort: sonnig bis halbschattig

  • Beachte die Fruchtfolge: In den letzten 3 Jahren sollten keine Kreuzblütler im selben Beet angebaut worden sein

  • Vorziehen in Schalen oder Direktsaat möglich

  • Aussaat: Mai–Juni

  • Ernte: Oktober–Januar

  • Pikieren: Sobald sich die ersten richtigen Kohlblätter nach den Keimblättern gebildet haben

  • Endgültiger Pflanzabstand: 40 cm in alle Richtungen

  • Typ: Starkzehrer

Palmkohl


Aussäen

Das brauchst du:

  • Ggf. Anzuchtschale und Anzuchterde zum Vorziehen

  • Kompost zur Anreicherung des Beets

Vorziehen in Schalen

Wenn du deine Palmkohlsamen in Schalen aussäst, erhöht das die Keimfähigkeit. Sobald die Pflänzchen einige Zentimeter groß sind, werden sie ins Beet gesetzt.

Befülle zunächst deine Anzuchtschale mit Anzuchterde und bohre mit deinem Finger im Abstand von 2 cm Löcher in die Erde. Anschließend zerreißt du dein Kalenderblatt in Schnipsel mit je einem Samen und legst diese in die Löcher. Verschließen, angießen und bis zur Keimung feucht halten.

Die Schale kannst du drinnen auf die Fensterbank oder draußen an einen geschützten, warmen Ort stellen. Vermeide aber zu starke Sonneneinstrahlung. Das kann den Keimlingen schaden.

Aussaat im Beet

Es ist auch möglich, die Samen direkt ins mit Kompost vorbereitete Beet auszusäen. Dazu ziehst du im Abstand von 45 cm Rillen mit einer Tiefe von 2 cm in die Erde. Nun legst du alle 40 cm 1–2 Samen in die Rillen, verschließt diese und gießt die Saat gut an. Um Lücken zu vermeiden, kannst du die Samen auch enger aussäen und später vereinzeln.


Standort

Palmkohl steht seinem Namen gemäß gerne an einem relativ sonnigen Fleckchen mit humusreichem Boden. Im selben Beet sollten in den letzten 3 Jahren keine Kreuzblütler angebaut worden sein (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rettich, Radieschen, Rucola), da Krankheiten so leicht übertragen werden.

Beetnachbarn:

Gut: Kartoffel, Lauch, Mangold, Spinat, Salat, Sellerie, Tomate

Schlecht: Kohl und andere Kreuzblütler, Buschbohne, Erbse, Zwiebel


Pikieren

Deine vorgezogenen Palmkohl-Keimlinge sind ein paar Zentimeter gewachsen und haben die ersten richtigen Kohlblätter entwickelt? Dann wird es Zeit, sie an ihren endgültigen Standort zu setzen.

Bereite dein Beet vor, indem du es auflockerst, von Unkraut befreist und mit einem Rechen etwas Kompost einarbeitest. Jetzt kannst du die Pflänzchen mit einem Pikierstab aus der Anzuchtschale heben und im Abstand von 40 cm einpflanzen. Angießen nicht vergessen!

Auch wenn du deinen Palmkohl im Beet etwas enger ausgesät hast, solltest du ihn auf 40 cm verziehen, indem du zu eng stehende Keimlinge aus der Erde hebst und an anderer Stelle wieder einpflanzt. Wie immer musst du die umgesetzten Pflanzen gut angießen. Du kannst sie auch mit Rasenabschnitt mulchen, damit sie nicht austrocknen.

Was du beim Pikieren beachten solltest, erfährst du in diesem Video:


Pflege

Da der Palmkohl eine relativ lange Kulturdauer hat und leicht von Schädlingen befallen wird, benötigt er auch etwas mehr Pflege als andere Gemüsearten.

  • Regelmäßig gießen, Staunässe vermeiden

  • Wenn der Palmkohl instabil wird, um den Stiel Erde anhäufeln

  • Regelmäßig düngen (Kompost, Bio-Dünger, kein tierischer Mist)

  • Bereits Jungpflanzen mit feinmaschigen Kulturschutznetzen bedecken, damit der Kohlweißling seine Eier nicht ablegen kann

Krankheiten und Schädlinge

  • Kohlhernie: Befallene Pflanzen im Hausmüll entsorgen und in den nächsten 6 Jahren keinen Kohl im selben Beet anbauen. Zur Vorbeugung Algenkalk in die Pflanzlöcher geben.

  • Erdflöhen, Kohlblattläuse, Kohlmotten, Kohlfliegen, Kohleulen, Kohlweißling: vorbeugend engmaschige Kulturschutznetze anbringen.

  • Blätter frühzeitig nach Eiern von Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule absuchen und diese zerdrücken, Raupen absammeln

  • Tomaten, Sellerie oder Thymian zwischen den Kohlpflanzen anbauen: Der Geruch lenkt den Kohlweißling von seinem eigentlichen Ziel ab.


Ernte, Lagerung

Endlich ist es soweit, du kannst deinen Palmkohl ernten. Auch hierbei gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit du die größte Ernte und den besten Geschmack erzielst.

  • Ernte einzelner Blätter ab dem Spätherbst bis in den Winter hinein möglich; zunächst äußere beziehungsweise untere Blätter ernten: von innen wachsen neue nach.

  • Bei Kälte verbessert sich der Geschmack, da Stärke in Zucker umgewandelt wird. Bei starkem, langanhaltendem Frost besser abernten.

  • Strunk und unansehnliche Blätter können an Tiere, zum Beispiel an Kaninchen, verfüttert werden.

  • Blätter können ein paar Tage im Kühlschrank gelagert werden. Zur längeren Lagerung blanchieren, in Stücke schneiden und einfrieren.



Genießen

Der „Nero di Toscana“ wird genauso zubereitet wie andere Grünkohlsorten. Er zeichnet sich aber durch einen besonders milden Geschmack aus. Die jungen Blätter kannst du daher auch roh in einem Salat verarbeiten, zum Beispiel mit Mandarinen und Walnüssen.

Bei größeren Blättern trennst du am besten zunächst die feineren Blattteile mit einem Messer vom Strunk und kochst diesen separat. Du kannst den Palmkohl als Zutat in deftigen Eintöpfen mit allerlei Wintergemüse und Kartoffeln verwenden oder als Hauptzutat einer herzhaften Sauce zu Pasta:

Das brauchst du:

  • 400g Palmkohlblätter

  • 200 g Karotten

  • 100 g Frühlingszwiebeln

  • 1 Zehe Knoblauch

  • 1 Chili (je nach Geschmack)

  • Salz

  • Wasser

  • Curry, Piment, Kreuzkümmel

  • Ggf. Kochcreme oder Kokosmilch

  • 500g Nudeln

Palmkohl nah

  1. Die Blätter waschen, vom Strunk befreien und in Streifen schneiden. Der Strunk ist ebenfalls essbar, allerdings hat er eine längere Garzeit als die Blätter und ist manchmal holzig. Möchtest du ihn verwenden, musst du ihn zuerst in die Pfanne geben und etwas länger kochen.

  2. Karotten raspeln, Chili, Knoblauch und Frühlingszwiebeln schneiden.

  3. Das Gemüse in einer Pfanne anbraten. Mit Salz und Curry würzen.

  4. Mit Wasser ablöschen und 5–10 Minuten kochen. Bei Bedarf etwas Flüssigkeit zugeben.

  5. Dann mit Salz, Piment und etwas Kreuzkümmel abschmecken.

  6. Wenn du magst, verfeinerst du die Sauce noch mit etwas Kochcreme oder Kokosmilch.

  7. Gekochte Nudeln unterheben und servieren.