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Illustration Karotte

Karotte "Jaune du doubs"

Lisa Lisa
29.03.2022 · 7 Minuten Lesezeit


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Keine Lust, dein Handy mit in den Garten oder auf den Balkon zu nehmen? Dann druck dir doch einfach unsere Pflanzanleitung für die Karotte „Jaune du doubs“ im DIN-A4-Format aus:


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Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Keimtemperatur: 18–25 °C

  • Keimdauer: 14–21 Tage

  • Direktsaat im Beet oder auf dem Balkon: März–Juni

  • Direktsaat in kaltem Raum: Januar–Februar

  • Standort: sonnig bis halbschattig

  • Lockerer, nährstoffreicher Boden

  • Wurzeltiefe: 30 cm

  • Reihenabstand: 30 cm

  • Pflanzenabstand: 2–5 cm

  • Saattiefe: 1–2 cm

  • Typ: Mittelzehrer

  • Ausdünnen: sobald sich das erste richtige Karotten-Blattpaar gebildet hat; nur bei zu geringem Pflanzabstand nötig

  • kann zur Vermehrung überwintert werden

Allein schon mit ihrer dunkelgelben Farbe hebt sich die Karotte „Jaune du doubs“ von der Masse der orangenen Einheitsmöhren ab. Außerdem ist die historische französische Sorte besonders aromatisch und wird deine geschmackliche Vorstellung von einer alten Eintopfmöhre revolutionieren. Apropos „alt“: Die Lagersorte kannst du in deinem Keller wunderbar über den Winter bringen, ohne dass sie schrumpelig wird.

Vorkeimen

Die Keimung von Möhren kann je nach Witterung schon mal 3–4 Wochen dauern. Wenn dir das zu lang ist, kannst du die Samen vor der Aussaat vorkeimen: Lege die Samen in ein Glas mit Wasser oder in einen Beutel mit feuchtem Sand und stelle das Glas oder den Beutel an einen warmen Ort. Nach ein paar Tagen werden sich die ersten weißen Keimspitzen zeigen. Dann musst du schnell reagieren und den Sand oder das Wasser gleichmäßig in den Saatrillen oder in deinen Töpfen verteilen und mit 1–2 cm Erde bedecken (genaue Anleitung siehe unten).

Karotten-Keimlinge in Beet
Möhren brauchen im Beet oft sehr lange, bis sie keimen und es ist gar nicht so einfach, die Samen während der ganzen Zeit feucht zu halten. Daher kann es sinnvoll sein, die Samen ca. eine Woche vor dem geplanten Aussaattermin vorzukeimen.

Aussäen

Wenn die Erde im Beet nicht mehr an den Schuhen klebt, kann es mit der Aussaat im Freiland losgehen. Das ist meist im März oder April der Fall. Solltest du lieber im Topf aussäen wollen, findest du unsere Anleitung und Tipps unter “Aussaat im Topf”.

Noch ein allgemeiner Hinweis: Karotten möchten nicht pikiert oder umgetopft werden, weshalb du sie sofort in das finale Gefäß oder am finalen Standort aussäen solltest.

Aussaat im Beet

Schwere, lehmhaltige Böden solltest du möglichst zwei Wochen vor der Aussaat auflockern, von Unkraut befreien und mit reifem Kompost oder Sand anreichern.

Ziehe im Abstand von 30 cm Rillen in dein Beet (Tiefe 1–2 cm), die du gleich etwas anfeuchtest. Zerreiße anschließend dein Samenpapier in kleine Stücke und lege die Schnipsel im Abstand von 2–5 cm hinein. Mit Erde bedecken und angießen.

Vielleicht fragst du dich, warum du die Karotten so spießig in Reihen aussäen sollst: Dadurch kannst du die Karottenkeimlinge später leichter von Beikraut unterscheiden. Unkraut jäten ist nämlich leider eine der wichtigsten Aufgaben bei der Direktsaat von Karotten, da schnell keimendes Beikraut die anfangs langsam wachsenden Karotten sonst schnell überwuchern kann.

Karotten-Jungpflanzen in Reihen
Gerade im Bio-Garten sollten Karotten in Reihen ausgesät werden. Das erleichtert die Entfernung von Beikräutern und das Harken erheblich.

Aussaat im Topf

Du möchtest im Topf aussäen und kannst es bis zum Frühling kaum mehr erwarten? Für die Aussaat im Februar oder März im Topf brauchst du einen kühlen, hellen Raum und eine Pflanzenlampe. Am besten ist es aber, du wartest mit der Aussaat bis zum Frühling, wenn die Sonne wieder etwas kräftiger geworden ist.

Das brauchst du:

  • Topf oder Balkonkasten mit Drainageloch, Tiefe ca. 30 cm

  • Gemüseerde

  • feine Gießkanne

Nachdem du deinen Topf mit Gemüseerde befüllt hast, drückst du mit deinem Finger 1–2 cm tiefe Löcher im Abstand von 2–5 cm hinein. Zerreiße dein Papier in kleine Schnipsel mit je einem Samen und verteile sie auf die Löcher. Verschließe alles und gieße die Saat gut an.

Pflege nach der Aussaat

Die Samen dürfen während der Keimung auf keinen Fall austrocknen, halte die Erde daher durchgehend feucht. Verwende eine feine Gießkanne, damit die Erde nicht verschlämmt, sonst können die Wurzeln nicht richtig in die Tiefe wachsen.

Ausdünnen

Sollten im Beet oder im Topf die Samen zu eng nebeneinander aufgehen, also der Abstand weniger als 2 cm betragen, musst du zu eng stehende Pflänzchen auszupfen. Die Baby-Karotten sind aber nicht verloren. Wenn du noch ein wenig wartest und sie ein Stück wachsen lässt, kannst du sie als Mini-Karotten ernten und snacken.

Geerntete Karotten mit Erde, Nahaufnahme Wurzelansatz mit Karottengrün
Im Beet sollten Möhren nicht so dicht nebeneinander wachsen, dass sie sich mit der Wurzel berühren. Daher musst du zu eng stehende Pflänzchen ausdünnen.

Das Ausdünnen erfolgt am besten bei Regenwetter, da Regen die Gefahr minimiert, durch den Duft der Wurzeln Möhrenfliegen anzulocken.


Standort

  • Boden: Locker und nährstoffreich; schwere Böden mit Sand auflockern, nährstoffarmes Substrat mit Kompost verbessern

  • Wähle einen sonnigen, aber nicht zu heißen Standort. Bei großer Hitze und Trockenheit wird das Grün schwelg und die Wurzel platzt auf.

Gute und schlechte Nachbarn

  • Gut: Dill (erhöht die Keimfähigkeit der Karotten), Endivie, Knoblauch, Lauch, Zwiebel, Pfefferminze, Radieschen, Rettich, Salat, Tomate, Erbsen (lockern den Boden)

  • Schlecht: Bohne,Rote Beete, Sellerie, Fenchel, Petersilie


Pflege

Karotten brauchen regelmäßige Pflege, um gesund wachsen zu können und eine große Wurzel auszubilden:

  • In frühen Wachstumsphasen regelmäßig gießen, während der Wurzelbildung im Sommer erst bei Trockenheit gießen, da die Möhre sonst aufplatzt; Feuchtigkeit der Erde mit dem Finger überprüfen.

  • Im Topf häufiger gießen.

  • Im Sommer ggf. mit etwasorganischem Gemüsedüngerfüttern.

  • Unkraut per Hand entfernen, um die Wurzeln und Rüben nicht zu verletzen.

  • Regelmäßig zwischen den Reihen hacken oder harken.

  • Dünne, luftdurchlässige Mulchschichtenausbringen, damit der Boden feucht und locker bleibt.

Bund Karotten auf Tisch
Damit sich schöne, große Möhren entwickeln, brauchen die Karotten einiges an Fürsorge. Das regelmäßige Harken zwischen den Reihen gehört dabei zu den wichtigsten Aufgaben.

Krankheiten und Schädlinge

Der größte Feind der Karotte: die Möhrenfliege. 7 Tage nach der Eiablage der erwachsenen Fliege an der Karotte schlüpfen die Larven und machen sich über die ahnungslose Rübe her. Sie fressen sich von den feinen Seitenwurzeln bis in den Körper der Karotte und führen nicht selten zu deren Absterben. Von Mai bis Oktober ist die Möhrenfliege unterwegs und lässt sich nur mithilfe engmaschiger Kulturschutznetze und bei bestehendem Befall durch konsequente Anbaupausen von 3 Jahren bekämpfen. Zwiebeln als Beetnachbarnsollen die Fliege durch ihren Geruch verwirren und so die Eiablage verhindern.

Auch Schnecken suchen Karotten gerne auf, um ihren Hunger nach saftigem Grün zu stillen. Mitunter werden die Möhren komplett kahlgefressen und können ohne ihre Kopfbedeckung, mit der sie Fotosynthese betreiben, nicht überleben. Ein Schneckenzaun oder ein Schutzring aus Kaffeesatz um das Beet (muss nach jedem Regen wieder erneuert werden) kann Abhilfe schaffen.


Ernte, Lagerung

  • Du kannst sowohl Babymöhren als auch die großen gelben Rüben ernten. Für letzteres Ziel solltest du das Wurzelgemüse aber nicht zu früh aus der Erde ziehen. Damit du dir sicher sein kannst, dass die Karotte schon reif für die Ernte ist, kannst du ihre Größe am Wurzelansatz überprüfen. Erde mit einer Grabegabel vorsichtig lockern. Dazu ca. 10 cm neben der Rübe senkrecht einstechen und Erde anheben. Danach die Rübe am Grün herausziehen.

  • Bei schrumpeligen Karotten die Enden abschneiden und das Wurzelgemüse für ein paar Stunden in ein Glas mit Wasser stellen. Sie werden dann wieder knackig.

  • Einfrieren für Eintöpfe: Zuvor waschen und in Stücke schneiden.

  • Karottengrün nach Ernte abdrehen, um Wasserverlust zu vermeiden, und zu Pesto verarbeiten (s. Rezept unter “Genießen”). Oder als Mulchschutz für andere Pflanzen verwenden.

  • Lagerung als Wintervorrat: Im Herbst in eine mit Sand gefüllte Wanne legen und im kalten Keller lagern.Vorher das Grün abdrehen, damit sie nicht austrocknen.

Bund gelber Rüben am Grün in der Hand gehalten
Vor der Ernte sollte die Erde um die Wurzel etwas aufgelockert werden, damit sich die Rüben leicht am Grün herausziehen lassen, ohne dass dieses abreißt.

Genießen

Karotten sind als heimisches Gemüse neben Kartoffeln wahre Allrounder der winterlichen Küche. Lagersorten wie die „Jaune du doubs“ sind fast das ganze Jahr über verfügbar und lassen sich zu leckeren Eintöpfen, saftigen Salaten und sogar zu Kuchen verarbeiten. Hier findest du ein Rezept für ein herbstliches Kürbis-Karotten-Curry.

Aber auch das Karottengrün muss nicht unbedingt auf dem Kompost oder im Magen deiner Kaninchen landen. So kannst du beispielsweise ein Pesto daraus zubereiten:

Du brauchst:

100 g Karottengrün

50 g Parmesan

50 g Pinienkerne

1 Knoblauchzehe, grob zerkleinert

120 ml Olivenöl

2 TL Salz

Zunächst das Karottengrün abdrehen und gründlich waschen. Abtropfen lassen. Zusammen mit dem zerkleinerten Parmesan, Pinienkernen, Knoblauch, Olivenöl und Salz pürieren oder mixen. Ggf. nachwürzen. In heiß ausgespülten Gläsern abgefüllt, kann sich das Pesto im Kühlschrank mehrere Monate halten und dir als Nudelsauce aushelfen, wenn es mal schnell gehen muss.