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Salatrauke

Salatrauke "Rucola coltivata"

Lisa Lisa
26.11.2021 · 5 Minuten Lesezeit

So wird deine November-Pflanze groß und stark


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Keine Lust, dein Handy mit in den Garten oder auf den Balkon zu nehmen? Dann druck dir doch einfach unsere Kurzanleitung im DIN-A4-Format aus:


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Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Keimtemperatur: 15–20 °C

  • Direktsaat im Haus: März–Dez.

  • Direktsaat im Freiland: Apr.–Sept.

  • Standort sonnig bis halbschattig

  • Nährstoffreiche, sandige Böden

  • Reihenabstand: 20 cm

  • Dicht aussäen (2 cm) und später auf 10 cm vereinzeln

  • Keimtiefe: 0,5–1 cm

  • Keimdauer: 5–10 Tage

  • Fruchtfolge beachten: Keine Kreuzblütler in den letzten drei Jahren

  • Blätter können kontinuierlich geerntet werden

  • Einjährig

Die Salatrauke „Rucola Coltivata“ wird auch Ölrauke oder Senfrauke genannt, da man Öl daraus gewinnen kann und ihr Geschmack mit seiner würzigen Schärfe an Senf erinnert. Von der Wilden Rauke unterscheidet sie sich vor allem durch ihre größeren Blätter und die einjährige Anbauweise.

Da bereits kleine, zarte Blätter geerntet werden können, kannst du die Salatrauke im Haus beinahe ganzjährig aussäen. Denke aber daran, dass deine Pflänzchen im Winter nicht so schnell wachsen, da ihnen nicht so viel Nahrung in Form von Lichtzur Verfügung steht.

Rucola Balkon
Im Winter erntest du entweder gleich die Rucola-Sprossen oder die jungen, zarten Blätter.

Wenn du mehr ernten möchtest oder den Rucola zur Blüte und Samenbildung bringen möchtest, solltest du ihn zwischen April und August im Freien ausbringen oder ihn vorziehen. Oft sät sich die Salatrauke selbst aus und beglückt dich so mehrmals im Jahr mit jungem Grün. Auch für den Balkonanbau ist sie sehr gut geeignet.


Ansäen

Das brauchst du:

  • Topf oder Balkonkasten, Tiefe ca. 15 cm

  • Universalerde/Kräutererde

  • Ballbrause, Sprühflasche, Gießkanne

  • Im Freiland Boden etwas auflockern

Zuerst ziehst du eine oder mehrere flache Rillen (Abstand 20cm) in deinem Beet oder Balkonkasten. Dann zerreißt du dein Samenpapier in Schnipsel und legst diese im Abstand von 2 cm mit der Schrift nach unten in die Rillen. (Vorgehensweise Topf: Anstatt Rillen Saatlöcher mit den Fingern machen.) Die Samen werden deshalb so eng gesät, weil nicht immer alle aufgehen.

Bedecke die Samen mit Erde (0,5–1 cm) und halte sie bis zur Keimung feucht. Achte bei der Aussaat im Topf oder Balkonkasten darauf, dass sich keine Staunässe bildet. Verwende am besten Töpfe mit Drainagelöchern.

Keimlinge Rucola
Die Keimlinge der Salatrauke weisen die für Kreuzblütler typische Herzform auf.

Wenn sehr viele der Samen aufgehen, musst du die Keimlinge etwas ausdünnen. Die ausgewachsenen Pflanzen sollten einen Abstand von mindestens 10 cm zueinander haben. Du kannst natürlich versuchen, die aussortierten Pflänzchen an anderer Stelle wieder einzusetzen – oder du legst sie gleich auf dein Butterbrot.

Vorkultur für Freilandpflanzen: Wenn du deinen Rucola für das Freiland vorziehen möchtest, säst du die Samen von Januar bis April in Anzuchtschalen aus. Ins Beet umsiedeln können sie von Mai bis Juli (Abstand 10 cm).

Aussaat Winter: Um deine Samen schnellstmöglich zum Keimen zu bringen, kannst du sie unter einem Mini-Gewächshaus aussäen. Vergiss aber nicht, regelmäßig zu lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Nach der Keimung Deckel entfernen, hell und kühl stellen.

Wer im Haus aussät, kann meist auf das Ausdünnen verzichten, weil bereits die jungen Blätter geerntet werden, bevor die Pflanzen groß werden.


Standort

Bei der Aussaat im Haus und insbesondere im Winter solltest du einen kühlen, aber unbedingt hellen Standort wählen.

Obwohl Rucola am liebsten auf nährstoffreichen, durchlässigen Böden wächst, gibt er sich im Freiland oft auch mit eher kargen Böden zufrieden. Achte bei der Aussaat im Topf auf ein mäßig nährstoffreiches, sandiges Substrat und dünge die Salatrauke nicht zu stark, da sich sonst überschüssiges Nitrat in den Blättern einlagert. Am liebsten steht die Rauke sonnig bis halbschattig.

Tipp: Rucola wächst auch auf halbschattigen Ost- oder Westbalkonen – dann eben etwas langsamer als an sonnigen Standorten. Dafür musst du bei Halbschatten nicht so oft gießen und düngen.

Rucola Sämling in Hand
Wohin mit der Rauke? Am wohlsten fühlt sie sich an einem hellen, sonnigen Plätzchen; sie kommt aber auch schon mit ein paar Sonnenstunden pro Tag zurecht und wächst dann einfach etwas langsamer. Im Freiland empfehlen wir dir, ein Kulturschutznetz gegen Erdflöhe anzubringen.

Krankheiten und Schädlinge

Rucola zählt wie auch Radieschen, Kohl, Brokkoli, Blumenkohl und Senf zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler. Daher sollten wenn möglich in den letzten 3 Jahren keine Pflanzen dieser Familie am selben Standort angebaut worden sein. Wechsle im nächsten Jahr den Standort, wenn du an deinen Kreuzblütlern folgende Plagegeister entdeckst:

  • Kohlerdflöhe

  • Falscher Kohlmehltau

  • Andere Kohlkrankheiten, z.B. Kohlhernie

Gegen Erdflöhe hilft das Anbringen eines engmaschigen Kulturschutznetzes bereits kurz nach der Keimung und die Einhaltung eines ausreichenden Abstands zu anderen Kreuzblütlern. Bei Pilzkrankheiten solltest du die entsprechenden Pflanzen entfernen und im Biomüll entsorgen.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Gut: Knoblauch, Petersilie, Ringelblume, Salat, Schnittlauch, Zwiebel

Schlecht: Borretsch, Erbse, Kerbel, Koriander, Kresse, Mangold, Meerrettich, Sellerie, Spinat, Senf, Kohl und weitere Kreuzblütler


Gießen
Deine Salatrauke solltest du regelmäßig gießen – Staunässe aber unbedingt vermeiden!

Pflege


Ernte, Lagerung

  • Bereits nach wenigen Wochen junge, zarte Blätter ernten

  • Größere Blätter sind herzhafter im Geschmack

  • Äußere Blätter zuerst ernten – von innen kommen neue nach

  • Blüte von Mai bis September, Blätter auch während der Blüte essbar

  • Für stärkeres Blattwachstum Blüten entfernen

  • Am besten nach Bedarf ernten

Rucolablätter auf einem Tisch
Frisch lässt sich Rucola nicht lange lagern, da er schnell schwel wird. Am besten nach Bedarf ernten oder in Öl einlegen

Genießen

Frisch verarbeitet lassen sich die die vitaminreichen Rucolablätter wunderbar als saftiger Pizzabelag verwenden. Streue die Blätter aber unbedingt erst nach dem Backen auf die Pizza – Hitze zerstört den Geschmack und die Vitamine. Wegen ihrer großen Blätter ist die Salatrauke darüber hinaus die perfekte Zutat für gemischte Salate oder Nudelsalate, z.B. in Kombination mit getrockneten Tomaten, Pinienkernen und Feta.

Rucola Salat mit Tomaten
Einem gemischten Salat mit Tomaten verleiht Rucola die nötige Würze

Zum Haltbarmachen empfiehlt sich das Einlegen in Öl, oder du stellst aus den Blättern ein herzhaftes Pesto her. Ein Rezept dazu findest du in unserem Beitrag zur Wilden Rauke unter „Genießen“.