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Spitzwegerich

Spitzwegerich „Plantago lanceolata“

Melanie Melanie
30.12.2021 · 5 Minuten Lesezeit

So wird deine Dezember-Pflanze groß und stark


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Du möchtest die wichtigsten Infos über den Spitzwegerich im DIN-A4-Format mit in den Garten nehmen? Hier unsere Kurzanleitung zum Ausdrucken:


Starten

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Saattiefe:  nur andrücken (Lichtkeimer)

  • Keimtemperatur: 18–20 °C

  • Keimdauer:   10–14 Tage

  • Wuchshöhe:  10–50 cm

  • Pflanzabstand:  rundherum 15 cm

  • Standort:  lichter Schatten bis Vollsonne

  • Boden:  wächst auf fast jedem Untergrund; sandiger bis lehmiger Boden, mäßig feucht, mäßig nährstoffreich

  • Winterhart, mehrjährig

Auch wenn jetzt Winter ist: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Und mit ihm die Mücken. Gut vorbereitet ist dann, wer Spitzwegerich griffbereit hat. Dieses unscheinbar blühende Wildkraut verfügt über Inhaltsstoffe, die das Jucken lindern. Weil Spitzwegerich noch mehr kann als Mückenstiche zu lindern, wurde ihm 2014 der Titel „Arzneipflanze des Jahres“ verliehen. Doch dazu weiter unten mehr.


Ansäen

Das brauchst du:

  • mit Anzuchterde gefüllte Anzuchttöpfe

  • Kräutererde mit Sand gemischt

  • Für den Balkon später tiefe Töpfe (mind. 30 cm tief)

Vorziehen Januar–Februar:  Da im Januar und Februar die Sonnenstrahlen nicht das richtige Lichtspektrum aufweisen und die Intensität zu gering ist, um deinen Keimlingen ein gesundes Wachstum zu garantieren, ist es von Vorteil, eine Pflanzenlampe zu verwenden. Sie verhindert, dass deine Keimlinge vergeilen.

Die Pflanzenlampe stellst du so auf, dass sie möglichst wenig Abstand zu deinen Aussaattöpfchen hat. Diese befüllst du mit Anzuchterde. Dann befeuchtest du dein Samenpapier, ziehst es vorsichtig auseinander und entnimmst die einzelnen Samen. Lege sie auf die Erde, drücke sie gut an und siebe nochmal ein wenig Erde über die Samen. Alles gut anfeuchten und bis zur Keimung nicht austrocknen lassen.

Vorziehen März:  Im Frühjahr gewinnt die Sonne an Kraft und die Pflanzenlampe muss nicht mehr zum Einsatz kommen. Ansonsten gehst du genauso vor wie unter „Vorziehen im Januar“ beschrieben.

Direktsaat Freiland: ab März; Boden vorsichtig lockern und breitwürfig aussäen; feucht halten.

Spitzwegerich vor Mauer


Pikieren

Töpfe: Deine Spitzwegerich-Pflänzchen haben gekeimt und die ersten richtigen Blattpaare entwickelt? Perfekt! Dann darfst du sie jetzt pikieren, also mit einem Pikierstab vorsichtig aus der Erde heben, und in einzelne Töpfe mit mind. 15 cm Durchmesser setzen. Anstatt Anzuchterde verwendest du jetzt Kräutererde mit etwas Sand gemischt. Vergiss nicht, alles gut anzugießen, denn nur so wird Erde an die Wurzeln gespült und deine Pflanzen können weiterwachsen.

Noch mehr Infos zum Pikieren haben wir dir in unserem Video zusammengefasst:

Freiland: Wenn du das Ziel verfolgst, deinen Spitzwegerich im Garten anzusiedeln, warte nach dem Pikieren nochmal drei bis vier Wochen. Wenn deine Pflanzen dann nochmal deutlich gewachsen sind, kannst du sie ins Beet pflanzen. Grabe dazu ein Loch, das tief genug ist, dass die Pflanze samt Wurzeln Platz hat. Dann schließt du das Loch wieder und gießt erneut gut an.


Standort

Wegränder, Gärten, Wiesen – über den rechten Standort für deinen Spitzwegerich musst du dir kaum Gedanken machen. Sonne oder Halbschatten, für ihn ist beides okay. Er wächst auf fast jedem Boden, doch lockere Erde tut ihm und seinem feinen Wurzelwerk gut. Säst du ihn auf einem verdichteten Boden aus, wird er sehr klein bleiben. Ein lockeres, eher trockenes Erdreich mit mäßig Nährstoffen wird aus ihm einen Riesen machen: Bis zu 50 cm hoch kann er dann werden!

Kopf eines Spitzwegerich
Sowohl Blüten als auch Blütenstände des Spitzwegerichs sind essbar.

Pflege

  • Im Topf: regelmäßig, abersparsam gießen (auch im Winter!)

  • Blütezeit: Mai–September

  • Winterhart, kein besonderer Schutz notwendig

  • Rückschnitt im Sommer regt neuen Wuchs an

Krankheiten und Schädlinge

  • Blattläuse: mit Wasser abbrausen

  • Mehltaubefall: meist bei zu dichtem Wuchs, deswegen ausdünnen, sollten Pflanzen zu nah beieinander stehen; befallene Pflanzen im Hausmüll entsorgen


Ernte, Lagerung

Ernten kannst du das ganze Jahr über. Die Blätter helfen frisch gegen Insektenstiche und bei kleinen Hautverletzungen, getrocknet sind sie als Hustentee einsetzbar (s. Heilwirkung). Wenn du bei der Ernte das Herz der Pflanze stehenlässt, können immer wieder neue Blätter nachwachsen.

Für Tee und Salben erntet man die Blätter des Spitzwegerichs. Diese trocknest du schonend an einem schattigen, luftigen und trockenen Ort mehrere Tage auf einem ausgebreiteten Tuch. Die rascheltrockenen Blätter gibst du in ein dunkles Schraubglas und bewahrst es kühl und lichtgeschützt auf.


Heilwirkung

War die Mücke wieder mal schneller als du, hat dir Blut abgezapft und als Dank eine juckende Stelle hinterlassen? Dann auf zum nächsten Spitzwegerich. Einfach ein sauberes Blatt abzupfen und zerreiben, bis der Pflanzensaft austritt, auf die juckende Stelle auftragen – und aufatmen. Auch bei kleineren Wunden kannst du das „Naturpflaster“ auf dieselbe Art verwenden. Der Saft von Spitzwegerich wirkt blutstillend. Die in ihm enthaltenen antibiotischen und antibakteriellen Stoffe machen ihn zu einer rundum wertvollen Heilpflanze.

Spitzwegerichtee hilft bei Husten oder andere Atemwegserkrankungen.

Hinweis: Beim Kochen wird oft viel von den natürlichen Inhaltsstoffen zerstört. Hustentee bereitest du deswegen am besten mit einem Kaltauszug vor. Für eine Tasse Tee lässt du 2 EL getrocknete Spitzwegerichblätter in 125 ml kaltem Wasser für 30 Minuten ziehen. Den Tee kannst du nach der halben Stunde leicht erwärmen oder kalt trinken. Honig verstärkt die Heilwirkung.

Geernteter Spitzwegerich
Frisch geernteter Spitzwegerich wird am besten gleich frisch verarbeitet, da er so noch am meisten Inhaltsstoffe enthält.

Genießen

Die unscheinbaren braunen Blütenstände des Spitzwegerichs kannst du von Mai bis Juni ernten und genießen – sie schmecken wie Pilze. Du kannst sie roh naschen, als Salatzutat oder in einer Gemüsepfanne verwenden. Auch die Blätter schmecken im Salat sehr gut – nimm dafür am besten die jungen, kleineren Blätter, da die großen ein sehr herbes Aroma entwickeln. Das darin enthaltene Vitamin C stärkt deinen gesamten Körper.

Auch die Samen sind essbar und lassen sich im Zeitraum Juli–September ernten. Sie wirken wie auch Flohsamen und Leinsamen verdauungsförderlich.