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Illustration Oregano

Oregano

Lisa Lisa
29.03.2022 · 7 Minuten Lesezeit

So wird deine März-Pflanze groß und stark.


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Du möchtest die wichtigsten Infos zur Aussaat im DIN-A4-Format mit in den Garten nehmen? Kein Problem! Druck dir einfach unsere Kurzanleitung aus:


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Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Lichtkeimer: Feine Samen nur leicht andrücken und vorsichtig befeuchten

  • Keimtemperatur: 16–20 °C

  • Keimdauer: 10–15 Tage

  • Vorziehen Haus: Februar–April

  • Direktsaat Freiland: April–Juni

  • Erde: Anzuchterde mit Sand, später Pflanzerde mit Sandanteil

  • 4–5 Wochen nach der Aussaat pikieren

  • Ca. 4 Wochen nach dem Pikieren ins Freiland (Reihenabstand 30 cm, Pflanzabstand 25 cm) oder einzeln in einen großen Topf (Tiefe 20 cm, Durchmesser 25 cm)

  • Standort: sonnig und trocken

  • Boden: durchlässig und nährstoffarm

  • Rückschnitt im Herbst

  • Mehrjährig

  • Sät sich gerne selbst aus

Du kannst dich nicht entscheiden, ob du Thymian oder Majoran anbauen sollst? Dann versuch es doch mal mit Oregano, der liegt nämlich geschmacklich zwischen den beiden aromatischen Küchenstars. Ob im Garten oder auf der Fensterbank – Oregano ist ein Muss für alle Fans von Pizza und Tomatensauce.


Aussäen

Oregano kannst du ab Februar im Haus vorziehen. Wie du verschiedene Samen vorziehst, zeigen wir dir in diesem Video:

Das brauchst du:

  • Anzuchtschalen

  • Anzuchterde, etwas Sand

  • Ballbrause/Sprühflasche

  • Pikierstab/Löffel

Befülle eine Anzuchtschale oder mehrere Anzuchttöpfe mit Anzuchterde und feuchte sie etwas an. Da sich die winzigen Oregano-Samen bei der Keimung schwer damit tun, durch das Samenpapier zu stoßen, solltest du sie vorher entnehmen. Dafür ziehst du die beiden Papierschichten auseinander und lässt die Samen auf einen Teller fallen.

Verteile das Saatgut dann gleichmäßig auf der Erde deiner Anzuchtschale. Das geht leichter, wenn du die Samen vorher mit etwas Sand mischst. Falls du Anzuchttöpfchen benutzt, gib ca. 2–3 Samen in jedes Töpfchen. Drücke alles mit einem Holzstück oder der flachen Hand an und gieße es vorsichtig mit einer Sprühflasche oder Ballbrause.

Um die Keimung zu beschleunigen, kannst du deine Gefäße mit einer durchsichtigen Folie oder Glasscheibe abdecken. Dadurch entsteht ein günstiges Mikroklima und die Samen haben es schön feucht und warm. Nimm die Abdeckung aber einmal am Tag für ca. 5 Minuten ab, damit sich kein Schimmel bildet. Nach der Keimung kannst du sie ganz entfernen.

Wichtig: Stelle die Gefäße auf ein helles Fensterbrett und lass die Erde bis zur Keimung nicht austrocknen.

Gehen in deinen Anzuchtschalen Samen direkt nebeneinander auf, musst du die schwächeren Keimlinge auszupfen, damit die anderen besser wachsen können.

Oregano
Nur wenn du den richtigen Abstand zwischen den Pflanzen einhältst, wird dein Oregano groß und buschig.

Direktsaat im Topf oder Freiland: Gehe vor wie oben beschrieben, lass aber etwas mehr Platz zwischen den Samen (10 cm). Im Beet kannst du auch in Reihen mit einem Abstand von 30 cm aussäen. Das erleichtert dir später die Entfernung von Unkräutern.Eine Abdeckung brauchst du im Freiland nicht. Lass stattdessen eine hauchdünne Schicht Erde über die Samen rieseln, damit sich keine gefräßigen Vögel darüber hermachen.


Pikieren

Das brauchst du:

  • Pikierstab, Löffel oder Stift

  • größere Töpfe mit Drainageloch (wichtig zur Vermeidung von Staunässe)

  • Universalerde mit Sand

Deine Oregano-Keimlinge sind schon ein paar Zentimeter gewachsen und haben nach den Keimblättern die ersten richtigen Blätter entwickelt? Dann wird es Zeit, sie zu pikieren. Hebe die Keimlinge dazu vorsichtig mit einem Pikierstab oder Löffelstiel aus der Anzuchtschale und setze sie einzeln in etwas größere Töpfe (Durchmesser ca. 11 cm) mit Universalerde (gemischt mit Sand). Achte darauf, den Oregano dabei nicht tiefer zu setzen als er im alten Gefäß stand.

In unserem Video zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Keimlinge am besten pikierst.

Auch bei Direktsaat müssen zu eng stehende Keimlinge auf 25 cm vereinzelt werden. Dazu benutzt du wiederum einen Pikierstab, mit dem du die Pflänzchen vorsichtig aus der Erde hebst. An ihrem neuen Bestimmungsort machst du dann ein Loch in die Erde, das genau so tief ist wie die Wurzel des Keimlings. Nachdem du ihn in das Loch gesetzt hast, verschließt du es wieder und gießt alles gut an.

Bis der im Haus vorgezogene Oregano nach draußen darf, können noch einige Wochen vergehen. Sollte es den pikierten Pflänzchen wiederum zu eng in ihren Töpfen werden, musst du sie erneut umtopfen. Erst Mitte/Ende Mai, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, ist es soweit und die Sämlinge können ins Beet oder auf den Balkon umziehen. Zuvor kannst du sie eine Woche lang tagsüber nach draußen stellen, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen. Halte beim Auspflanzen ins Beet einen Abstand von 25 cm zwischen den einzelnen Pflanzen ein. Für die Topfkultur solltest du ein Gefäß verwenden, das einen Durchmesser von mindestens 25 cm hat. Setze die Pflänzchen nicht zu tief und gieße sie in jedem Fall gut an.


Standort

  • Sonnig und warm

  • Boden: durchlässig, trocken, nährstoffarm, kalkhaltig. Im Topf Kräutererde oder Universalerde mit etwas Sand verwenden.

  • Oregano mag es trocken: Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben verhindert Staunässe im Topf.

  • Da Oregano mehrjährig ist, solltest du einen Standort wählen, an dem der Oregano für ein paar Jahre bleiben kann.

Gut: Salbei, Rosmarin, Zwiebel, Karotte, Tomate, Lauch, Kürbisgewächse

Schlecht: andere Kräuter, die im Gegensatz zu Oregano viel Wasser brauchen (z.B. Basilikum, Majoran, Minze, Brunnenkresse)

Oregano ist ein sehr guter Nachbar für fast alle Gemüsepflanzen, da er mit seinen ätherischen Ölen deren Gesundheit positiv beeinflusst.

Biene auf Oregano-Blüte
Der Oregano wird deinen Garten oder Balkon mit seinem Duft bereichern und zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle dienen.

Pflege

Beet:

  • nur bei Trockenheit gießen

  • keine Düngung notwendig

  • im Winter mit Schutz aus Reisig oder Vlies bedecken

Topf:

  • Regelmäßig sparsam gießen, frühestens dann, wenn das Substrat schon leicht angetrocknet ist; sobald der Oregano die Blätter hängen lässt, solltest du ihn unbedingt gießen.

  • Einmal im Jahr mit organischem Dünger für Blumen und Kräuter düngen.

Tipps zur Überwinterung:

  • Im Herbst nach der Ernte bis auf 7 cm zurückschneiden

  • Zum Schutz vor Frost Reisig, Laub oder Vlies über die Pflanze legen

  • an milden Tagen ohne Nachfrost etwas gießen

  • Topfkultur: hell und kühl im Treppenhaus oder an einem geschützten Ort im Freien überwintern. Dämmschicht unter den Topf legen und diesen mit Vlies ummanteln. Pflanze mit Reisig, Laub oder Vlies abdecken.

Krankheiten und Schädlinge:

Krankheiten und Schädlinge treten nur selten auf. Mit seinem starken Duft hält Oregano sogar Schädlinge von anderen Pflanzen fern.

Bei zu großer Nährstoffgabe können Blattläuse oder Zikaden deinen Oregano befallen. Achte deshalb auf einen nährstoffarmen Boden. Bei akutem Befall helfen Nützlinge wie Florfliegenlarven oder das Besprühen mit einer Mischung aus Seife und Wasser.

Pilzkrankheiten, Schimmel und Fäulnis können entstehen, wenn der Oregano zu feucht steht. Achte bei der Wahl deines Topfes darauf, dass überschüssiges Gießwasser gut ablaufen kann.


Ernte, Lagerung

  • Ab Ende Juli blüht dein Oregano und lockt zahlreiche Insekten in deinen Garten.

  • Am besten während der Blüte an einem trockenen Tag schneiden, dann enthält der Oregano die meisten ätherischen Öle.

  • Ganze Triebe mitsamt der Blüte ernten.

  • Zum Trocknen: zu Sträußen binden und an einem luftigen Ort aufhängen.

  • Getrocknete Blätter und Blüten zerbröseln –  Stängel entfernen – und in einem Schraubglas aufbewahren.

  • Einfrieren: Blüten und Blätter von den Stängeln zupfen und portionsweise tiefkühlen, z.B. in Eiswürfelbehältern.

  • Im Sommer regelmäßig oberhalb einer Verzweigung zurückschneiden, aus den Trieben bei Bedarf Stecklinge ziehen.

Oregano getrocknet auf Gewürzschaufel, daneben frische Oregano-Triebe
Oft wird Oregano getrocknet über die Pizza gestreut. Doch besonders das frische Kraut verfeinert jede Tomatensauce.

Genießen/Heilwirkung

Oregano ist wohl eines der Geheimnisse, warum wir Pizza und Tomatensauce so lieben. Doch er ist vielseitiger in der Küche einsetzbar als du denkst. Genau wie Majoran passt er hervorragend zu Eintöpfen und Fleischgerichten. Oregano wird dabei anders als zum Beispiel Basilikum bereits einige Minuten vor Ende der Kochzeit in den Topf gegeben.

Die Blüten sind mit ihrer Farbe und ihrem Aroma eine zauberhafte Salatdekoration besonders auf Tomatensalat.

Mit Thymian hat der Oregano gemein, dass er aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung gegen Husten und andere Atemwegserkrankungen hilft. Außerdem sollen seine ätherischen Öle entzündungshemmend wirken. Für eine Tasse Tee benötigst du einen Teelöffel getrocknete Oreganoblätter, die du kurz in heißem Wasser aufkochst und 10 Minuten ziehen lässt. Der Tee wirkt auch beruhigend bei Magen-Darm-Beschwerden.